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Reise in ferne (Fantasie-)Welten -  Tanztheater begeistert 750 Gäste

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Musik und Tanz überwinden Raum und Zeit und begeistern Generationen. Mehr als 100 Tänzer lieferten beim Dance Event des TSV Korbach in der Kreissporthalle den Beweis dafür. Die Reise durch Raum und Zeit, die rund 750 Zuschauer erwartungsvoll antreten, ist Premiere und Abschiedsgeschenk zugleich. Erstmals stehen alle Auftritte unter einem Motto, erzählen eine Geschichte. Aus Tanzsport wird Tanztheater. Das fünfte Sportspektakel, das Waldecker Bank und Waldeckische Landeszeitung präsentieren, ist aber auch bis auf Weiteres das letzte. Die Verantwortlichen der TSV-Jazz-Dance-Abteilung legen eine kreative Pause ein.

Die Planungen für die vorerst letzte Reise liefen dafür umso akribischer: Wenn Sie wissen möchten, was es heißt, etwas auf die Beine zu stellen, dann werden Sie es in den nächsten zwei Stunden erleben, verspricht Moderator Sascha Pfannstiel. Alle Gruppe haben sich über Wochen oder gar Monate auf ihren Auftritt vorbereitet.
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Gründlich vorbereitet hat sich auch Irene Pilger. Die ehemalige Lehrerin der Alten Landesschule ist vielen Korbachern bis heute als mitreißende Erzählerin in Erinnerung. Dieses Talent machte sich der TSV zunutze. Die Geschichte, in die alle 13 Tänze an diesem Abend eingebettet sind, stammt aus der Feder der 71-Jährigen. Es ist eine Zeitreise, auf die drei Korbacher Mädchen mithilfe einer alten Spieluhr gehen. Eine Reise aber nicht nur durch Zeit und Raum, sondern auch durch Wirklichkeit und Fantasie – begleitet von entsprechenden Musikrichtungen und Tänzen.
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Den ersten Zwischenstopp legen Hannah Kessler, Johanna-Tabea Schirmer und Rhiannon Louisa Peel gemeinsam mit den Besuchern zwischen Knochenketten und Fellen ein. Mit einem lauten Japadapadu begrüßt die Familie Feuerstein sie in der Steinzeit. Beim Auftritt der TSV-Übungsleiterinnen geht es allerdings professionell statt primitiv zu.
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Ernster schon der Auftritt der Burning Feet, der Stepptanzgruppe der Musikschule Bad Arolsen unter Leitung von Kirsten Schmidt: Mit Frack und Zylinder entführen sie in die USA der 30er-Jahre – die Zeit der Gangsterbosse. Manchmal kommt unter der alltäglichen Oberfläche eben auch etwas Dunkles hervor, kommentiert Pilger.
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Die Wahrheit unter Perücken und Rüschenkleidern zu verbergen – dafür steht die Zeit des Barock. Ob beim Menuett, dem Tanz des Adels am französischen Hof, oder der modernen Variante zu Falkos Rock me Amadeus – die Diamond Girls unter Leitung von Tanja Barthel verzücken vor allem ihre persönlichen Fans: Mamas und Papas, Omas und Opas. Im Bastrock statt barocker Robe, aber nicht weniger entzückend präsentieren sich die Kinder Im Süden Afrikas (Leitung: Margarita und Natalia Waal).

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Dass sie Rhythmus im Blut haben, beweisen einmal mehr die Daiquiries (Sara Wolf, Jana Wrasmann). Mit reizvollem Hüftschwung verwischen sie im indischen Bollywood die Grenze zwischen Realität und Filmwelt. Filmreife Formationen öffnen das Tor zu einer fernen Traumwelt. Dieses halten auch die Groove Busters (Katja Küthe, Margarita Waal) auf der Reise durch Raum und Zeit weiterhin geöffnet. Mit ihnen geht es nach Schweden, ins Land von Astrid Lindgren, in dem Pippi, Michel und Karlsson vom Dach zu Hause sind. Dieses Land steht für Freiheit, Glück und Lachen – für das, was wir suchen, aber längst verloren haben, beschreibt Irene Pilger die Sehnsucht nach kindlicher Unbeschwertheit. Die kleinen Tänzerinnen verkörpern sie.

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Zurück in die Gegenwart heißt es für die Zeitreisenden beim Auftritt der Emotions (Martina Wechsel). Wer könnte den Teenie-Kult um die amerikanische Filmreihe High School Musical besser verkörpern als eine Truppe hüpfender Cheerleader. Tänzerische und turnerische Elemente verbinden die TSV-Turnerinnen (Sabrina Minarsch) zum Auftakt des zweiten, etwas fetzigeren Showteils perfekt miteinander. Im Jahr der Fußball-WM wecken sie mit imposanten (Trampolin-)Sprüngen zu rasanten WM-Songs wie Herbert Grönemeyers Zeit, dass sich was dreht Erinnerungen an das deutsche Sommermärchen 2006.

Bevor die Korbacher das große Finale einläuten, übernehmen die Gäste noch einmal die Reiseleitung. Nach den Klängen der 80er-Kult-Hits Maniac und What a feeling erzählt die Bad Arolser Gruppe Amazing (Kirsten Schmidt) die Geschichte des amerikanischen Traums: Im Film Flashdance arbeitet Schweißerin Alex hart dafür, Karriere als Profitänzerin zu machen. An einen Profi der ganz anderen Art, den britischen Agenten James Bond, erinnern Die Hüpper aus Külte (Silke Spohn). Die tänzerische Gangsterjagd hätte ihrer Majestät sicherlich gefallen.

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Wilde Grazien Wie kraft- und schwungvoll und doch grazil Tanzsport sein kann, dafür stehen nicht erst seit gestern die Korbacher Gruppen Broadway (Stefanie Pfannstiel, Martina Wechsel) und onStage (Jasmin Schmidt, Jana Wrasmann). Ob in Tarzans Dschungel oder im Wilden Westen, ob in geschmeidigen Figuren oder Line-Dance-Formationen – ihre Liebe zum Tanz und zur Bühne spiegelt sich in jedem Schritt.
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Da zu Vergangenheit und Gegenwart natürlich auch die Zukunft gehört, wagen die Tänzerinnen von Precious (Jennifer Strube) einen Ausblick in selbige. Bleibt zu hoffen, dass ihre präzisen, aber an Roboter erinnernden Bewegungen nicht das sind, was die Zukunft des Korbacher Dance Events“nach der kreativen Pause prägt. Schließlich soll durch Musik und Tanz Wirklichkeit werden, wovon Menschen träumen.

 

Natalie Volkenrath Text mit freundlicher Genehmigung der Waldeckischen Landeszeitung

sämtliche Bilder Artur Worwobiow

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 31. März 2010 um 14:45 Uhr